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Yacht-Import in die EU — Zollformulare und Stempel auf Hafenkulisse

Ratgeber · Yacht-Import

Yacht aus Drittland importieren — IVA, Zoll und Lista 6/7 in der richtigen Reihenfolge

Ratgeber · Yacht-Import EU

Yacht-Import EU via Spanien

21 % IVA bei Import. 0 € bei Temporary Admission. Wann welche Option richtig ist — und wann beide nicht.

Der Yacht-Import in die EU ist die teuerste einmalige Steuer-Position, die ein Yacht-Käufer auslösen kann. 21 % IVA auf den Yacht-Wert plus optional 12 % Matriculación bei Spanischer Flagge — bei einer 1,5 Mio € Yacht kann das schnell 500.000 € werden, ohne dass die Yacht selbst dabei eine andere wird. Diese Größenordnung erklärt, warum die Mehrheit der DACH/UK-Käufer Konstruktionen bevorzugt, die den Import komplett vermeiden — Temporary Admission, Malta-Leasing, EU-Verkäufer-Wechsel.

Diese Seite erklärt, wann ein Yacht-Import tatsächlich nötig ist, was er konkret kostet und welche Alternativen funktionieren. Sie ergänzt den Matriculación-Ratgeber, der sich auf die spanische Flaggen-Steuer konzentriert.

Ein Yacht-Import sollte nie zufällig passieren. Wer ihn auslöst, weil die richtige Konstruktion zu spät bedacht wurde, zahlt mehrere zehntausend Euro für eine Entscheidung, die anders hätte ausfallen können.

Julian Hoeke

Wann ein Yacht-Import tatsächlich anfällt

Drei Konstellationen lösen einen formalen Yacht-Import aus.

Konstellation 1 — US-Yacht-Kauf mit EU-Stationierung. Sie kaufen eine Yacht von einem US-Eigner, oft eine Premium-Werft wie Marlow, Westport, Burger, die in Europa selten ist. Yacht ist US-flag und nicht EU-VAT-paid. Wenn Sie sie nach Mallorca bringen und dauerhaft dort halten wollen, wird der Import oder die TA-Konstruktion fällig. Etwa 35 % meiner Import-Begleitungen 2026 fallen in diese Kategorie.

Konstellation 2 — Karibik-Yacht in saisonalem Trans-Atlantik-Rotation. Yacht läuft im Winter Karibik (US oder Cayman flag), im Sommer Mittelmeer unter TA. Wenn der Eigner sich entscheidet, die Karibik-Saison aufzugeben und dauerhaft im Mittelmeer zu bleiben, fällt der Import an. Etwa 25 % meiner Begleitungen.

Konstellation 3 — Brexit-bedingte UK-Yacht-Transformation. Seit 1. Januar 2021 sind UK-flag-Yachten nicht mehr EU-VAT-paid. Wenn ein UK-Eigner sich entscheidet, seine Yacht dauerhaft EU-konform zu halten (statt mit TA-Logistik zu leben), wird ein formaler Import nötig. Selten gewählt wegen der hohen IVA-Last, aber gelegentlich bei UK-Eignern mit fester EU-Wohnsitz-Verlagerung. Etwa 15 % meiner Begleitungen.

Die verbleibenden 25 % betreffen seltene Spezial-Konstellationen — etwa Yachten aus Norwegen, Türkei, Marokko, die nach EU-Wirkung importiert werden.

Import vs Temporary Admission — Vergleich

Für die meisten DACH/UK-Käufer ist die Frage nicht 'wie importiere ich', sondern 'wie vermeide ich den Import'. Hier der ehrliche Vergleich der beiden Wege.

Kriterium Yacht-Import Temporary Admission
Steuerlast 21 % IVA + ggf. 12 % Matriculación 0 € (mit 18-Monats-Limit)
Verfahrenskosten 4 500 – 9 000 € 300 – 800 € jährliche Re-Anmeldung
Dauer-Aufenthalt EU Unbegrenzt Max. 18 Monate ohne Unterbrechung
EU-Charter erlaubt Ja Nein
Flagge erforderlich EU-Flagge nach Import Nicht-EU-Flagge
Geeignet für Permanente EU-Stationierung, Charter-Plan Multi-Country-Cruising, kein EU-Charter

TA-Re-Anmeldung pro Wechsel der EU-Außen-Reise nötig, plus jährliche Verlängerungs-Anmeldung im Importhafen.

Empfehlung Import: wenn die Yacht dauerhaft auf Mallorca bleibt und kein Multi-Country-Cruising-Plan existiert. Die Steuerlast ist hoch, aber die Logistik ist unproblematisch — keine 18-Monats-Sorgen, keine Re-Anmeldungen, keine Marokko-Trips.

Empfehlung Temporary Admission: wenn die Yacht ohnehin in Mehr-Länder-Rotation läuft oder läuft soll. Marokko, Türkei, Kroatien sind willkommene Ziele für TA-Erneuerungs-Trips; wer das ohnehin plant, hat keine Mehrkosten gegenüber dem Import. Bei einer 1,5 Mio € Yacht spart die TA-Konstruktion 315.000 € einmalig — das ist eine Größenordnung, die viel Mehrländer-Logistik kompensiert.

Yacht-Import oder Temporary Admission — das ist nicht eine Geschmacks-Frage. Das ist die Frage, wie Sie mit Ihrer Yacht leben wollen.

Julian Hoeke

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— Julian Hoeke

Häufige Fragen

Yacht-Import EU Spanien — sechs konkrete Antworten

Was ist ein Yacht-Import und wann ist er nötig?

Yacht-Import bezeichnet die formale Überführung einer Yacht aus einem Nicht-EU-Land (USA, Karibik, Marokko, Türkei, Norwegen ab Brexit) in den EU-Zollraum. Wenn Sie eine US-flag-Yacht oder eine Karibik-stationierte Yacht kaufen und nach Mallorca überführen wollen, fällt entweder der Import oder die Temporary-Admission an. Import bedeutet: dauerhafte Einfuhr, 21 % IVA fällig, Yacht erhält EU-VAT-paid-Status und kann unbegrenzt in EU-Gewässern bleiben. Temporary Admission bedeutet: Yacht bleibt formal außerhalb EU-Zollraum, 18 Monate ununterbrochene Verweildauer-Limit, dann muss sie EU-Gewässer verlassen. Welche der beiden Optionen passt, hängt am Nutzungs-Profil — siehe Modell-Vergleich unten.

Was kostet ein Yacht-Import nach Spanien konkret?

Drei Kosten-Komponenten. Erstens: <strong>IVA (Spanische Mehrwertsteuer) 21 %</strong> auf den Yacht-Wert. Bei einer 1,5 Mio € Yacht entspricht das 315.000 €. Bemessungsgrundlage ist der nachgewiesene Kaufpreis oder, bei größeren Abweichungen, der Marktwert per Gutachten. Zweitens: <strong>Matriculación 12 %</strong> falls Spanisch geflaggt zusätzlich (siehe separater Ratgeber). Bei spanischer Flagge plus Import: 21 % IVA + 12 % Matriculación = 33 % Gesamtsteuerlast. Drittens: <strong>Verfahrenskosten</strong> für Zollagent, Yacht-Surveyor, Notar — typisch 4.500-9.000 € zuzüglich Übersetzungskosten. Gesamtkosten Yacht-Import einer 1,5 Mio € US-Yacht auf spanische Flagge: etwa 500.000 € — der Grund, warum Import-Konstruktionen selten gewählt werden.

Wie funktioniert die Temporary-Admission-Alternative?

Temporary Admission (TA) ist das Zollverfahren, das Nicht-EU-Yachten erlaubt, in der EU-Zone zu fahren ohne Import-Steuern zu zahlen — solange die Yacht alle 18 Monate die EU-Gewässer verlässt. Voraussetzungen: Yacht muss unter Nicht-EU-Flagge laufen (US-flag, Cayman, Marshall Islands, britische Red Ensign nach Brexit), Eigner darf nicht in der EU steuerlich ansässig sein, Yacht darf nicht gewerblich vercharterte werden in EU. Praktisch: Yacht fährt nach Mallorca, bleibt 18 Monate, fährt für mindestens einen Tag nach Marokko oder Türkei, kommt zurück, neuer 18-Monate-Timer beginnt. Funktioniert für DACH-Eigner mit US-Yachten oder UK-Käufer mit Brexit-bedingten Konstellationen — vermeidet 21 % IVA komplett, dafür Logistik-Aufwand der Mehrländer-Fahrten.

Welche Dokumente brauche ich für den Yacht-Import?

Sieben Standard-Dokumente. Erstens: Original-Kaufvertrag mit nachweisbarem Kaufpreis. Zweitens: Bordurkunde des Ursprungs-Flaggenstaates und ggf. Lösch-Bestätigung der alten Flagge. Drittens: CE-Konformitätsbescheinigung — für Yachten ab 2,5 m gebaut nach 1998 verpflichtend; bei älteren US-Yachten oft fehlend und muss nachgeholt werden (5.000-15.000 € Kosten beim Sachverständigen). Viertens: Marktwert-Gutachten falls Kaufpreis von Marktwert abweicht. Fünftens: Versicherungs-Bestätigung. Sechstens: NIE-Nummer (spanische Steuernummer für Ausländer). Siebtens: Zollanmeldung Modelo DUA. Übersetzungen ins Spanische sind für alle nicht-spanischen Originale Pflicht, mit apostillierter Beglaubigung — typisch 800-1.500 € Übersetzungs- und Apostille-Kosten.

Welche Yachten werden typisch importiert?

Drei Konstellationen sehe ich regelmäßig. Erstens: <strong>US-Yachten von US-Käufern</strong>, die nach Europa ziehen und ihre Yacht mitbringen wollen. Häufig Premium-Werften wie Marlow, Westport, Burger — Yachten, die in der EU nicht gebaut werden und für die der Eigner nicht gegen ein vergleichbares EU-Modell tauschen will. Zweitens: <strong>Karibik-stationierte Yachten nach Saison-Wechsel</strong>. Yachten, die im Winter in der Karibik laufen, im Sommer im Mittelmeer — wenn der Eigner sich entscheidet, dauerhaft im Mittelmeer zu bleiben, fällt der Import an. Drittens: <strong>Brexit-bedingte UK-Yachten</strong>, die nach 2021 EU-Status erlangen wollen, weil die TA-Logistik zu kompliziert geworden ist. Sehr selten, weil die 21 % IVA hoch sind, aber gelegentlich bei UK-Eignern mit fester EU-Verlagerung der Lebenssituation.

Wie lange dauert der Yacht-Import-Prozess?

Standard-Dauer 8-14 Wochen vom Antrag bis zum abgeschlossenen Import. Phasen: Vorbereitung der Dokumentation und Übersetzungen 2-4 Wochen, Zoll-Voranmeldung Modelo DUA 1-2 Wochen, Yacht-Inspektion durch Zollbehörde 1-3 Wochen, IVA-Zahlung und Erhalt der Import-Bestätigung 1-2 Wochen, ggf. anschließende Matriculación 4-8 Wochen falls Spanische Flagge gewünscht. In der Saison (Mai-Oktober) am oberen Ende, in Nebensaison (November-April) am unteren Ende. Wer einen Yacht-Import in der Mai-Saison plant, sollte spätestens im Februar mit der Vorbereitung beginnen, um vor Sommer-Beginn fertig zu sein. Bei Komplikationen — fehlende CE-Konformität, Wert-Streitigkeiten, unklare Dokumentation — kann sich der Prozess auf 20-30 Wochen ziehen.

Konkretes Import- oder TA-Anliegen?

Yacht-Herkunft, geplante EU-Stationierung, Charter-Profil — beschreiben Sie kurz Ihre Situation. Empfehlung der passenden Konstruktion innerhalb von 24 Stunden.

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