Palma de Mallorca ist der größte Yachthafen der Balearen und für die meisten DACH-Gäste der erste Berührungspunkt mit Charter auf Mallorca. Drei Marinas in unmittelbarer Stadtnähe, ein internationaler Flughafen 20 Minuten entfernt, Tausende Yachten zwischen Trockendock und Wasser. Wer hier charter, hat Zugriff auf praktisch jede Klasse und jedes Profil. Der Trade-off: Palma ist teurer und voller als die Nachbar-Marinas Puerto Portals oder Port Adriano. Wann sich der Stadt-Standort lohnt — und wann der Sprung westwärts der bessere Plan ist — ist die wichtigste Frage, die wir gemeinsam vorab beantworten.
Wann Palma die richtige Wahl ist
Drei Profile profitieren konkret von einer Charter-Basis in Palma. Crew-Gruppen mit Flugankunft am gleichen Tag — kurze Anreise vom Flughafen, kein Verkehr durch die Westküste, sofortige Übergabe. Superyacht-Gäste ab 30 Metern — Club de Mar ist die einzige Mallorca-Marina mit ausreichend tiefem Wasser, langen Stegen und Versorgungslogistik für Megayachten. Charter-Gäste mit Stadt-Programm, die zwischen Yacht-Tagen und Restaurants in der Altstadt pendeln wollen — Moll Vell liegt fußläufig zur Kathedrale.
Wann ich umgekehrt eher Puerto Portals oder Port Adriano empfehle: bei reinen Erholungschartern, bei Familien mit kleinen Kindern (kürzerer Weg zu ruhigen Buchten westlich von Andratx) und bei Wochencharter, wo Sie ohnehin nur am ersten und letzten Tag in der Marina sind. Die 15 Minuten Fahrt westwärts sparen Stadtgeräusche, höhere Liegeplatz-Gebühren und das volle Verkehrsaufkommen.
Drei Marinas: Club de Mar, RCNP, Moll Vell
Club de Mar ist die Superyacht-Adresse Palmas und gleichzeitig der nüchternste Standort der drei. Wer eine 40-Meter-Yacht mit fest stationierter Crew chartert, landet praktisch immer hier: Tiefwasser-Anleger, eigene Tankstelle, große Logistik-Räume für Tender und Wassersport-Equipment. Liegeplatz-Tagessätze in der Hochsaison: typisch 85–110 € pro Meter pro Tag, also ein zweistelliger Tagesposten allein für den Hafen. Marina-Detail Club de Mar — mit Karte und Belegung.
Real Club Náutico de Palma (RCNP) ist die historische Adresse seit 1948 und der eigentliche Segler-Hafen der Stadt — Heimathafen der Copa del Rey, traditionsbewusster Klub-Charakter, eher zurückhaltende Atmosphäre. Für klassische Segelyachten, Regatta-Charter oder einfach für Gäste, die das nautische Selbstverständnis schätzen, ist RCNP die erste Wahl. Transient-Charter ist möglich, wird aber häufig erst nach kurzer Anmeldung freigegeben. Marina-Detail RCNP.
Marina Moll Vell ist die praktischste der drei für 40–65-Fuß-Charter-Yachten und gleichzeitig die einzige Palma-Marina mit direktem Fußweg zur Altstadt — 5 Minuten zur Lonja, 12 Minuten zur Kathedrale. Für Charter-Crews mit Mixed-Programm aus Tagen auf See und Abenden in Palma ist Moll Vell die richtige Basis. Liegeplatz-Preise liegen 10–15 % unter Club de Mar bei vergleichbarer Servicequalität.
Wer Palma als Charter-Basis wählt, kauft Komfort und Geschwindigkeit. Wer sich 15 Minuten Zeit für die Anfahrt nach Portals nimmt, kauft sich Ruhe.
Tagesreviere ab Palma
Palma liegt zentral genug, dass sowohl die Westküste (Andratx-Richtung) als auch die Ostküste (Cala d'Or-Richtung) als Tagesziele machbar sind — auch wenn die Westküste deutlich beliebter ist, weil näher und windgeschützter.
Westküste: Cala Mayor und Illetes (15 Minuten), Cala Portals Vells (30 Minuten), Cala Fornells und Cala Llamp bei Andratx (45–60 Minuten), Sant Elm und die Insel Sa Dragonera (90 Minuten). Ein klassischer Tagesausflug Vormittag westwärts nach Cala Llamp, Mittag in einer geschützten Bucht, Nachmittag zurück über Illetes — die Standard-Route, die für die meisten Erstcharterer perfekt funktioniert.
Ostküste: Cala Pi (60–75 Minuten), Cala Mondragó (90–120 Minuten), Cala Figuera und Cala Marmols (2 Stunden+). Sportlicher, dafür mit den schöneren Sandstränden Mallorcas. Lohnt sich besonders bei wenig Wind oder leichter Ostlage — dann ist die Westküste böig und der Osten ruhiger.
Cabrera-Nationalpark: 2 Stunden one-way, Genehmigung erforderlich (über mich oder den Skipper zu beantragen, mindestens 5 Werktage Vorlauf, in der Hochsaison Engpass). Cabrera ist eines der wenigen Naturschutz-Reviere des Mittelmeers mit Übernachtungs-Mooring — ein 1-Tages-Stopp oder 2-Tages-Tour rundet einen Wochencharter ab.
Preise und Buchungsablauf
Charter-Preise auf Mallorca staffeln sich nach Yachtklasse — der Standort Palma vs Portals macht 5–15 % Unterschied bei Liegeplatz und Hafengebühr, aber nicht bei der Yacht-Gage selbst. Die Tabelle ist als grober Orientierungswert für die Saison 2026 zu verstehen; verbindlich ist immer das konkrete Angebot pro Yacht.
- Daycruiser bis 40 Fuß: 800–1.500 € pro Tag inklusive Skipper. Geeignet für 6 Personen, Standardroute Cala Llamp-Tour, kleinere Yacht oft ohne Übernachtungs-Kabinen.
- 50-Fuß-Motoryachten: 2.500–4.000 € pro Tag, 25.000–35.000 € pro Woche. Klassen-Standard für 4–6 Personen-Charter mit 2–3 Schlaf-Kabinen, geeignet auch für 3-Tages-Touren bis Cabrera.
- 70-Fuß-Yachten: 5.500–9.000 € pro Tag, 45.000–80.000 € pro Woche. Komfort-Charter mit fester Crew (Skipper + Hostess), eigenes Tender, 6–8 Gäste, ideale Klasse für Wochenfahrten mit Cabrera- und Menorca-Stopps.
- Superyacht ab 24 m (Club de Mar): 100.000–500.000 € pro Woche plus APA. MYBA-Standard, permanente Crew, internationale Charter-Manager. Hoeke Yachting begleitet die Kuration und Vor-Ort-Betreuung, der juristische Charter-Vertrag läuft über etablierte MYBA-Broker.
Der Buchungsablauf: kurze Anfrage über das Formular oder per WhatsApp mit Personenzahl, Wunschtermin, Profil (Familie, Freunde, Geschäftsanlass, Erfahrungsstufe) und grobem Budget. Ich antworte innerhalb von 24 Stunden mit zwei bis drei konkreten Yacht-Vorschlägen, mit ehrlichen Pro- und Contra-Punkten, inklusive Hinweis falls eine günstigere Alternative außerhalb Palma sinnvoller wäre. Verbindlich gebucht wird mit Anzahlung von 30–50 %; Restzahlung 4 Wochen vor Charter-Beginn. Storno-Bedingungen je nach Yacht und Saison — bei meinen Kuratierten typisch staffelweise, transparent ab erster Anfrage.
— Julian Hoeke